Archive for the Iran Category

Raketenbedrohung Israels (Der neue islamistische ‚hybride Krieg‘ zur Judenvernichtung und Weltherrschaft)

Posted in Hamas, Iran, Israel, Libanon on 16. Dezember 2011 by derwille
Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Tausende Raketen stehen bereit, um Israel von allen Seiten zu beschießen und jeden Ort zu treffen. „Keine Stelle in Israel ist mehr immun.“ Uzi Rubin, 67 , der „Erfinder“ der mit den Amerikanern entwickelten „Arrow“ Abwehrrakete gegen ballistische, mit atomarem Sprengkopf bestückte Raketen, hat bei einer Pressekonferenz in Naharijah nahe der Grenze zu Libanon das Raketenarsenal und das strategische Konzept hinter der Bedrohung von Iran, Syrien, der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen analysiert.

Nicht nur die Anzahl der geschätzten 50.000 Raketen allein bei der Hisbollah-Miliz im Libanon oder die potentielle Fähigkeit des Iran, künftig Atombomben über Tel Aviv abzuwerfen, bestimmen deren Bemühungen, neue Raketen mit noch größerer Reichweite zu entwickeln. Rubin, heute Berater des israelischen Verteidigungsministeriums, beobachtet das Geschehen in arabischen Staaten, um israelische Antworten zu suchen. „Ich sammle Bilder arabischer Waffensysteme und vermute, dass der Unterschied zwischen öffentlich zugänglichen Fotos und geheimen Informationen nicht sehr groß ist.“ Seine Präsentation habe die neuesten Entwicklungen mit ungewissem Ausgang in Syrien noch nicht berücksichtigen können. Rubin redete von einer „radikalen Koalition“ gegen Israel, ausgehend von Iran, mit Syrien als Verbündetem und Hisbollah wie Hamas als „Satelliten“. Ob die Hisbollah den Libanon beherrsche oder der Libanon die Hisbollah kontrolliere, könne man nicht genau sagen. Im Gazastreifen gebe es neben der Hamas inzwischen auch den „Islamischen Dschihad“. Die Hamas habe die Unterstützung des Iran verloren. Die jüngste Runde der Gewalt zwischen Gaza und Israel sei vom erstarkten „Islamischen Dschihad“ ausgegangen. „Hisbollahchef  Hassan Nasrallah ist der eloquenteste Sprecher dieser radikalen Koalition, sagt aber das gleiche wie iranische Generäle“ erklärt Rubin. „Ich liebe diesen Mann nicht, aber ich mag seine Reden. Sie sind Kunstwerke.“ Der Fachbegriff für das neue Kriegskonzept sei „Hybrider Krieg“. Nasrallah definierte es 2008: “Wir haben eine neue Form der Kriegsführung entwickelt, wie es sie in der Welt noch nicht gab, irgendwas zwischen klassischem Krieg und Guerillakampf.“ Das Konzept folge der Vorstellung, dass die westlichen Gesellschaften innerlich schwach und moralisch korrupt seien. Sie hätten Angst vor Verlusten „weil sie sich an das Leben klammern“. Im Gegensatz dazu seien die Kämpfer des „Hybriden Krieges“ stark, moralischen aufrecht, heroisch und ohne Angst, weil sie den Tod umarmen. Der „Hybride Krieg“ nutze eine empfundene soziale Asymmetrie, um die Gesellschaft des Gegners nicht aber dessen Streitkräfte zu zerstören. Die Idee sei nicht ganz neu, sagt Rubin. Sie gehe teilweise auf Mao Tse-tung zurück. Sie sei schon in Vietnam und Afghanistan praktiziert worden. Zu ihren Methoden gehöre Einschüchterung und die Drohung, das Hinterland des Feindes mit Raketen zu zerstören, ein Zermürbungskrieg mit intensiven verlustreichen Attacken auf dessen Zivilbevölkerung (etwa mit Raketen oder Terroranschlägen), sowie das Verteilen und Verstecken der eigenen offensiven Waffen in zivilen Wohngebieten. So könnten die eigenen Waffen Gegenmaßnahmen des Feindes am besten überleben und führten dank dieser Verwendung „menschlicher Schutzschilde“ zu einer Delegitimierung des Gegners. Gemäß westlichen Normen dürfen keine „unschuldige Zivilisten“ getroffen werden, selbst wenn Waffenlager unter Schulen oder Hospitälern oder in Moscheen eingerichtet worden sind und eigentlich, sogar gemäß den Genfer Konventionen, sich in legitime militärische Ziele verwandeln. „Für Nasrallah handelt es sich um einen Krieg zwischen zwei Gesellschaften. Deshalb unterscheidet er nicht zwischen Kämpfern und unbeteiligten Zivilisten, da die gesamte Gesellschaft am Kampf beteiligt ist“, erklärt Rubin die Unbedenklichkeit, Kinder und Dorfbewohner als „menschliche Schutzschilde“ für militärische Anlagen zu missbrauchen. „Sie sind stolz darauf, dass auch ihre Frauen und Kinder den Tod umarmen, wie es die Hamas 2009 während des Gazakrieges es darstellte.“ Die moralische Niederlage, Israels oder der USA, sei umso größer, je mehr „unbeteiligte Zivilisten“ durch „Kolateralschaden“ getötet werden. Gemäß dem Konzept werden die feindlichen Streitkräfte provoziert, um sie ausbluten zu lassen und um so deren Gesellschaft zu demoralisieren. Und gleichgültig wie eine Schlacht ausgeht oder und wie hoch die eigenen Verluste sind, werde sie immer als ein „Sieg“ dargestellt. Das verwirre die westlichen Gegner. „Wenn Nasrallah oder die Hamas nach einem Krieg mit Israel behaupten können, dass sie immer noch existieren, ist das für sie ein Zeichen, dass sie den Krieg gewonnen haben“, erklärte Rubin. Das mache diese Organisationen „unbesiegbar“. Auch Syrien habe sich nach dem Jom Kippur Krieg 1973 diesem Konzept angeschlossen. Bis dahin führte es noch einen klassischen Krieg mit vielen Panzer und einer großen Armee. „Heute nicht mehr. Die Panzer verrosten irgendwo, während Syrien sein Raketenarsenal ausbaut und eine bewegliche Infanterie verstärkt hat.“ Die Syrer investieren viel in Flak und Waffen gegen Schiffe wie Panzer, weil sie den Gegner provozieren und dann mit viel Feuerkraft zerstören wollen. Rubin erzählt, jahrelang Bilder syrischer Militärflugzeuge gesucht und keines gefunden zu haben, weder am Boden noch im Flug. Die Syrer hätten nichts veröffentlicht und alles versteckt. Aus unerfindlichen Gründen hätten die Syrer vor einem Jahr eine Parade abgehalten und dabei auch einige ihrer Flugzeuge gezeigt, darunter ehemals sowjetische Suchoi „die wohl nirgendwo anders mehr fliegen“ und „hoffnungslos veraltete“ MIG 29, die Syrien 1991 in Moskau gekauft habe. Im Gegensatz zu den Syrern liebt der Iran Militärparaden. Aber auch dort gab es nur veraltete Flugzeuge zu sehen, die Iran teilweise noch in Zeiten des Schah erworben hat und die in keiner anderen Luftwaffe mehr im Dienst stünden, wie die Phantom F-4. „Sie investieren nicht mehr in ihre Luftwaffe, obgleich die Iraner das Geld dazu hätten.“ Stattdessen rüsten sie ihre Raketenarsenale auf. Rubin zeigt Bilder und erklärt, wie durch Abmessen von Umfang und Länge der Raketen die Reichweite und das Gewicht des Sprengkopfes der iranischen Schihab, Silsal oder Aschura Raketen mit den symbolischen Namen ermittelt würden. Es handle sich um in Nordkorea, China und Russland entwickelte, aber im Iran verbesserte Systeme. „Es ist mir unverständlich, wozu der Iran die BM25 Musudan Rakete mit 3000 Kilometern Reichweite, also fast bis London, benötigt“, sagte Rubin. Doch die Antwort lieferte Präsident Ahmadinidschad in einer geheimen Rede. Darin äußerte er den Traum einer iranischen „Weltherrschaft“. Jene Landstreckenrakete stamme ursprünglich aus Nordkorea, wo die gleiche Frage gestellt werden musste, da die Feinde Japan oder Südkorea viel näher bei Nordkorea liegen. Die Antwort war, dass Pjönjang wohl auch amerikanische Stützpunkte in Guam im Pazifik treffen können wolle. Mysteriös ist für Rubin auch, wieso sich die Hisbollah im Libanon Raketen zugelegt hat, die El Arisch in Ägypten und sogar Saudi Arabien erreichen können. Weiter erzählte Rubin, am vergangenen Montag, zum ersten Mal „in der Geschichte“, bewegte Bilder des Starts einer syrischen SS21 “Tochka” Scud-Rakete gesehen zu haben. Die Reichweite von 700 Kilometern mache Sinn, selbst wenn es Syrien nur darum gehe, das von seiner Grenze nur 200 Kilometer entfernte Tel Aviv zu treffen. Denn so könnten die Raketen von der Grenze zu Iran aus abgeschossen werden und seien so relativ geschützt vor Angriffen der israelischen Luftwaffe. Bei einer Show in Teheran sei bei einer Rakete die Reichweite von „1948 Kilometern“ angegeben worden. Verwirrt hätten Amerikaner gefragt: „Was ist denn das für eine Angabe?“ Rubin erklärte ihnen, dass es sich um das Gründungsjahr Israels handelte… Iran verfüge auch über 12 oder 20 Marschflugkörper, die 2000 aus der Ukraine gestohlen und nach Iran gebracht worden seien, angeblich um sie nachzubauen. Rubin erinnerte daran, dass Iran Silsal Raketen an die Hisbollah im Libanon geliefert habe. Nasrallah hatte 2006 gedroht, mit ihnen Tel Aviv treffen zu wollen, was aber nicht geschehen ist, weil Israel mutmaßlich deren Silos rechtzeitig zerstören konnte. Rubin zeigte wie Iran die Raketenspitzen mit Sensoren versehen habe, sodass sie nicht nur willkürlich die israelische Metropole, sondern sogar spezielle Ziele in der Stadt treffen könnten. Rubin ging auch auf die Bewaffnung der Hamas im Gazastreifen ein. In jüngster Zeit filmten israelische Drohnen das Entladen einer neuen Rakete, die von vier Männern getragen werden musste und doppelt so lang war, wie alle bisher auf Israel abgeschossenen Raketen, die in Beer Schewa und kurz vor Tel Aviv einschlugen. Die neue Rakete wurde zerstört. Die Männer und der Befehlshaber der Raketeneinheit des Islamischen Dschihad wurden getötet. Rubin berichtete bei der Gelegenheit, wieso die Hamas im Jahr 2000 begonnen habe, mit einer explosiven Mischung aus Zucker und Kunstdünger betriebene primitive Kassam-Raketen zu bauen. „Zwischen dem Westjordanland und Israel gab es damals keinen Zaun. Da konnte man ungehindert Attentäter losschicken. Aber um Autodiebstähle zu verhindern, hatte Israel einen Zaun rund um den Gazastreifen gezogen. Um Israel weiter bekämpfen zu können, seien deshalb „lokal produzierte Raketen aus Materialien, die aus Israel importiert werden konnten“, zum Einsatz gekommen. Israel habe dem Gazastreifen weder Zucker noch Dünger vorenthalten können, „weil das unmenschlich gewesen wäre“, sagte Rubin zynisch. Ihm selber sei das eigene Auto fünf Mal in Richtung Gazastreifen gestohlen worden. Erst später habe die Hamas durch die Schmugglertunnel vom Iran gelieferte Katjuschas (Stalinorgeln), Gradraketen und Fadjar importiert. Rubin kommt zum Schluss, dass kein anderes Land neben Israel derart bedroht werde. Einzigartig sei, dass die Raketen von Terrororganisationen (Hisbollah, Hamas und Dschihad) abgeschossen werden könnten, die von einem ordentlichen UNO-Mitglied und Staat (Iran) unterstützt und beliefert würden. Israels Gegenmittel seien „hoch intensive offensive Gegenangriffe“, also kurze Kommandounternehmen, und ein neu entwickelter Raketen-Abwehrschirm, also ein passiver Schutz.

Deutsches Schiff Victoria liefert iranische Waffen nach Gaza

Posted in Gaza, Iran, Israel on 17. März 2011 by derwille

israel-bestaetigt-gleichgewicht-brechende-waffenlieferung-auf-der-victoria-kam-mit-iranischen-militaerschiffen-nach-syrien

Die Iranischen Bemühungen Mordinstrumente an die Araber zu liefern muss ausgemerzt werden, genauso wie die Mullahs ausgemertz gehören!

Libanesischer Brief: „Hisbollah versteckt Waffen in der Nähe von Kindern“

Posted in Hamas, Iran, Islam, Libanon with tags , , , on 28. Juli 2009 by derwille

NEW YORK (inn) – Libanesische Bürger haben sich in einem Brief an ihren Präsidenten über die Hisbollah beklagt. Anlass war die Explosion eines Waffenlagers in einem Wohnhaus im Südlibanon vor zwei Wochen. Israels UN-Botschafterin Gabriela Schalev zitierte am Montagabend vor dem UN-Sicherheitsrat aus dem Schreiben.

Der Brief wurde am 16. Juli in der libanesischen Zeitung „Al-Mustakbal“ veröffentlicht. Darin heißt es: „Das war eine äußerst gefährliche und besorgniserregende Explosion, die uns dazu bringt, offen zu sagen, was alle zu verbergen suchen: Illegale Waffen sind mitten in der Zivilbevölkerung und in Kelleretagen neben unseren Kindern versteckt. Die Hisbollah-Organisation tut das und bedroht unser ruhiges Leben. Die Politik, das zu verbergen, was geschehen ist, und die Ausreden drum herum haben es gewissen Vertretern möglich gemacht, ihre Interessen zu erfüllen – um den Preis, dass Bürger des Libanon getroffen wurden.“

Weiter schreiben die Libanesen: „Wir wenden uns an die Führer der Hisbollah und sagen ihnen: Wir sind nicht naiv. Wir unterscheiden zwischen den Explosionsgeräuschen eines gewöhnlichen Brandes und den Explosionsgeräuschen von Mörsergranaten und Überresten von Sprengstoff. Wir haben schon im Juli 2006 ein schweres Unglück erlebt, das Ihr als Sieg bezeichnet. Wenn Ihr im Auftrag Allahs und der religiösen Führung handelt, müsst Ihr die Gegenden der Zivilbevölkerung vollständig von Waffen, Munition und allem befreien, was unser Leben gefährdet.“

Schalev: „Alle Spuren führen nach Teheran“

Wie die Zeitung „Jediot Aharonot“ berichtet, appellierte die israelische Botschafterin wegen der iranischen Bedrohung an den Sicherheitsrat: „Alle Quellen von Finanzierung, Training und Bewaffnung der Hisbollah weisen in eine Richtung – Teheran. Wir rufen den Sicherheitsrat auf, entschieden zu handeln, um der atomaren Bedrohung durch den Iran und seiner Unterstützung für den Terror ein Ende zu setzen.“ Der Rat müsse wirksamere Wege finden, um das Waffenembargo im Libanon durchzusetzen und die UNIFIL-Friedenstruppen zu stärken. Ein weiteres Ziel sei die Entwaffnung und Auflösung der Hisbollah-Miliz.

Schalev wies auch auf die Gefahr hin, die nach israelischer Einschätzung von der palästinensischen Hamas ausgehe: „Israel hat Beweise dafür, dass die Terrorgruppe ein Arsenal von über 330 Granaten, 37 Raketen, 46 Panzerabwehrraketen, 40 Panzerabwehrwaffen und 17 Tonnen Sprengstoff gesammelt hat. Das wurde nach Gaza geschmuggelt.“

Beim gefährlichsten „Feind“ des Iran

Posted in Iran, Islam with tags , , , , , , on 24. Juni 2009 by derwille

„Tod den Israelis“, brüllten die Männer in der Teheraner Universität, als der geistige Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, den Westen beschuldigte, die Unruhen im Iran zu schüren. Besonders hob er BBC, „Voice of America“ und das „israelisch-zionistische Radio“ hervor, schreibt Ulrich W. Sahm.

In der engen Königin Helena-Straße in Jerusalem steht ein heruntergekommener Palast der Mutter des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie. Während der britischen Mandatszeit sendete von hier der Radiosender „Stimme Jerusalems“, bis die jüdische Terrorgruppe Etzel am 2. August 1939 an dem Ort eine Bombe legte. In dem völlig verbauten Gebäude in einem Wirrwarr aus Baracken und Anbauten hat sich später „Kol Israel“, der israelische Rundfunk, bei den äthiopischen Eigentümern eingemietet. Bis heute hängen Kabel und Stromleitungen wie Girlanden zwischen den alten Bäumen.

„Studio 9“ gleicht einer Rumpelkammer mit vorsintflutlichen Tonbandgeräten und einem 17-Zoll Computer-Röhrenbildschirm. Am Mikrofon hinter der Glasscheibe sitzt Menasche Amir, 69. Seine Stimme ist im ganzen Iran bekannt und in Israel gilt er als Iranexperte.

Geschätzte zwei bis sechs Millionen Iraner hören regelmäßig die persischen Sendungen von „Kol Israel“. Amir berichtet: „Ajatollah Chomeini war ein begeisterter Hörer, erzählte mal seine Frau. Ein iranischer Premierminister gestand, uns jeden Tag anzuhören, weil er von uns die glaubwürdigsten Informationen erhalte. Unter Premierminister Itzhak Schamir streikten zwei Monate lang Israels Radio und Fernsehen. Im Iran ging der Witz um, dass Chomeini in einer geheimen Botschaft Schamir angeboten habe, die Gehälter der Mitarbeiter von Kol Israel zu bezahlen, weil Chomeini wieder erfahren wollte, was in seinem Land passiert.“

Aus Liebe zu den Hörern

Amir hat ab 17 drei Jahre lang bei der Teheraner Zeitung „Kehan“ gearbeitet, bevor er nach Israel auswanderte. Seit 1959 arbeitet er in der „persischen Abteilung“ der „Stimme Israels“. Obgleich seit vier Jahren pensioniert, ist er weiter auf Sendung, „weil ich meine Hörer so liebe“. Über Chamenei, der vor den Sendungen aus Jerusalem warnte, sagt Amir: „Ich bin überzeugt, dass auch er ein treuer Hörer ist.“

Während BBC sechs Stunden persische Fernsehsendungen täglich in den Iran ausstrahlt, sendet „Kol Israel“ fünf Mal wöchentlich 85 Minuten Nachrichten ab 18.30 Uhr (iranische Zeit). Freitags und am Samstag ist es jeweils eine Stunde. Die Sendungen können über den Satelliten „Hotbird“ auf 2 Kanälen gehört werden, sowie auf zwei Internetseiten und per Kurzwelle.

„Das Regime will den Iran von der Außenwelt abschneiden“, sagt Amir. Die BBC habe auf „Arabsat“ ausweichen müssen, da sogar der Satellitenempfang gestört werde. Doch die Iraner seien sehr geschickt und fänden immer Auswege. Das sehe er anhand der IP-Adressen der Besucher der beiden persischen Internetseiten, die er für das israelische Außenministerium betreut. Dann gebe es viele Anrufe aus dem Iran, doch an zwei Tagen in der vergangenen Woche sei das Telefonnetz komplett gesperrt gewesen. Die Hörer meldeten sich bei Telefonnummern in Deutschland und würden nach Jerusalem weitergeleitet, wo sie dann auf Sendung ihre Gefühle schildern oder Augenzeugenberichte zu den Vorgängen abliefern, ohne Namen oder Wohnort zu nennen. „Wir wollen die Menschen nicht gefährden, haben aber noch nie gehört, dass jemand verhaftet worden wäre, weil er bei uns auf Sendung ging.“

Amir liefere mit seinem hochmotivierten Team ehemaliger Iraner die zuverlässigsten Informationen „von Käsepreisen bis hin zu Arbeitslosigkeit und Debatten im Parlament“. Er wollte nicht verraten, wie er brisante Mitschnitte erhält. Eine Abgeordnete habe mal in Teheran die Regierung kritisiert. Der Parlamentsvorsitzende rief ihr zu: „Hören Sie auf, der israelische Rundfunk wird das noch senden.“ Amir sendete den O-Ton noch am selben Tag.

Wahlbetrug auf dem Weg zur Atombombe

Schon drei Monate vor den Wahlen im Iran berichtete Amir über die Vorbereitungen zum umfassenden Wahlbetrug. Obgleich Mir Hossein Mussawi populärer war, wusste er, dass Mahmud Ahmadinedschad wieder „ernannt“ werden würde. Dieser sei auch vor vier Jahren durch Wahlbetrug an die Macht gelangt, um die Reformen seines Vorgängers Mohammed Chatami wieder rückgängig zu machen. Jetzt habe Ahmadinedschad die Mission, den letzten Schritt bis zur Atombombe zu vollenden, „weil er der Einzige ist, der dem internationalen Druck widerstehen kann“, so Amir.

Der Israeli wagt keine Prognose, behauptet gleichwohl, dass Chamenei einen „schweren Fehler“ begangen habe, indem er sich mit Ahmadinedschad und dem gefälschten Wahlergebnis identifiziert habe. So bleibe den Iranern keine Alternative, sich gegen das ganze Ajatollah-Regime zu erheben. Zu den Kontrahenten Ahmadinedschad und Mussawi sagt Amir, dass es bei ihnen außenpolitisch keinen Unterschied gebe. Doch innenpolitisch, bei den Bereichen Wirtschaft, Frauen, Freiheit und Demokratie, gibt Amir Mussawi den Vorzug.

Drohung aus dem Iran: „Wir können Israel binnen elf Tagen vernichten“

Posted in Iran, Israel with tags , , , on 5. Mai 2009 by derwille

Die Vereinigten Staaten haben sich mit einer Atommacht Iran abgefunden. Am Sonntagabend, dem 3. Mai 2009, eröffnete das Erste israelische Fernsehen mit dieser Schlagzeile die täglichen Neun-Uhr-Nachrichten. In der vorausgegangenen Woche sollen sich hohe Vertreter der Europäischen Union mit Vertretern der israelischen Regierung getroffen haben.

„Lieber eine Bombe als bombardieren“, fassen die nicht namentlich genannten Europäer die Meinung hochrangiger Mitarbeiter von US-Präsident Barack Obama im Blick auf die islamische Republik Iran und ihre atomaren Ambitionen zusammen. Israelische Medienvertreter interpretieren diese Nachricht so, dass die USA sich nicht weiter darum bemühen werden, den Iran an der Entwicklung einer Atombombe zu hindern.

Vertreter Israels, die natürlich wie alle entscheidenden Beteiligten an dieser Angelegenheit nicht namentlich genannt werden dürfen, behaupten, die Europäer verstünden Israels Sorge im Blick auf den Iran viel besser als die Amerikaner. „In Israel ist man besorgt“, berichtet die politische Korrespondentin des Ersten israelischen Fernsehens, Ajalah Chason-Nescher, „und das ist noch untertrieben.“

Beispiellose iranische Drohung

Aus dem Iran war zeitgleich – gewissermaßen als Antwort auf diese Veröffentlichungen – eine beispiellose Drohung zur Vernichtung Israels zu hören. Das staatliche libanesische Fernsehen LBC sendete die Aussage des Generalkommandeurs der iranischen Armee, General Ataollah Salihi: „Tatsache ist, dass Israel nicht den Mut hat, uns anzugreifen. Wenn wir von Israel in irgendeiner Weise angegriffen würden, bräuchten wir meiner Einschätzung nach nicht mehr als elf Tage, um die Existenz Israels zu beenden.“

Der Arabienkorrespondent des israelischen Fernsehens, Oded Granot, stellte fest, dass hiermit erstmals ein hochrangiger Vertreter des Iran einen konkreten Zeitrahmen für die Vernichtung Israels nennt. Bedeutungsvoll ist nach seiner Einschätzung auch die Tatsache, dass in diesem Falle die Drohung nicht von einem iranischen Politiker komme, von denen man Propaganda gewohnt sei, sondern von einem der höchsten Militärs des Landes. Granot konnte bislang nicht herausfinden, ob die Zahl von „elf Tagen“ in der schiitischen Tradition eine bestimmte Bedeutung habe, die eine religiös-ideologische Deutung der Aussage ermöglichte.

Und die Welt schweigt

Bemerkenswert ist an dieser Geschichte nicht nur die Intensität und Besorgnis, mit der die Journalisten des Ersten israelischen Fernsehens berichteten, sondern auch das nachfolgende Schweigen der israelischen und internationalen Medien.

Die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtete am darauf folgenden Morgen lediglich, nach Auffassung von Oppositionschefin Zippi Livni sei die Bedrohung aus dem Iran eine einzigartige Chance für einen israelisch-arabischen Frieden. Gleich daneben stand in der linksliberalen Zeitung noch die Aussage, dass 66 Prozent der israelischen Juden einen Militärangriff auf die islamische Republik befürworteten. Die eher rechts gerichtete „Jerusalem Post“ bedachte das Thema Iran – eigentlich ein Dauerbrenner in den israelischen Medien – nur mit einem Kommentar zum Holocaustleugner Ahmadinedschad.

Auf die Anfrage, warum die Sensationsmeldung denn so wenig beachtet worden sei, meinte Oded Granot nur, die Einschaltquote der Neun-Uhr-Nachrichten sei wohl so niedrig, dass sie kaum jemand gesehen habe. Lediglich der deutsche Nachrichtensender n-tv brachte eine Meldung über den Bericht des israelischen Fernsehens auf seiner Internetseite.


Wille: Ein Grund mehr Iran zu bombardieren.